"Die Ideen sind nicht verantwortlich für das, was die Menschen aus ihnen machen." (Werner Heisenberg, 1901-1976, dt. Physiker, Nobelpreisträger)

Tagebucheintraege von Johanna Hespe:

Die goldenen Aepfel der Hesperiden

Juni 2008

Bemerkungen ueber die aktuelle Saturn-Uranus-Opposition

Dezember 2008

Vernissage Juli 2010

Am 22. Juni 2008 feierte die Galerie Novalis ihr 15jähriges Bestehen!

Anke Korsmeier-Pawlitzky -damalige Buergermeisterin von Preuß.Oldendorf- sagte in ihren Grußworten: "In den 15 Jahren Galerie Novalis haben Sie einen Ort geschaffen, an dem Kunst lebendig wird – hier haengt nicht nur das Bild fuer den Betrachter an der Wand. Hier entsteht Kunst, hier wird Kunst dem Interessierten naeher gebracht, ja ich moechte sogar so weit gehen, hier wird Kunst gelebt...Novalis, der mit buergerlichen Namen Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg hiess, galt als rastloser und kreativer Vertreter der deutschen Fruehromantik. Rastlos und kreativ – diese Attribute treffen im positivsten Sinne auch auf Sie zu Frau Hespe. In den vergangenen Jahren haben Sie in unzaehligen Kursen und Seminaren den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Formen des kuenstlerischen Ausdrucks naeher gebracht und Ihr Wissen um die Kunst weitergegeben...Sie wollen zum Nachdenken anregen, zu der Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Umwelt. Die Galerie Novalis ist in den vergangenen Jahre zu einem Ort geworden, der, ich moechte es an dieser Stelle noch einmal betonen, aus dem kulturellen Leben unserer Heimatstadt nicht wegzudenken ist. Insbesondere in der Verbindung mit der Jugendmusikschule, die von Ihnen geleitet wird, hat es viele verschiedene Veranstaltungen gegeben – so unterschiedlich diese Events waren, eines war ihnen allen gemein: sie waren immer ein kultureller Hoehepunkt und eine Freude für die Sinne. Liebe Johanna, sehr geehrte Frau Gr.-Schweinefuß, ich gratuliere Ihnen noch einmal ganz besonders herzlich zu diesem halbrunden Geburtstag sehr persoenlich – aber auch im Namen von Rat und Verwaltung unserer Stadt. Ich hoffe, nein ich bitte Sie, machen Sie weiter so. Die Kunstszene und ganz besonders Preuß. Oldendorf braucht solch engagierte Menschen wie Sie und ich hoffe, dass Ihr Tatendrang auch die naechsten Jahr anhaelt und Ihre Ideen uns noch viele besondere Stunden bescheren."

Hartmut Jacob, Vorsitzender des Förderkreises Jugendmusikschule Preuß.Oldendorf e.V. sagte: "15 Jahre Galerie Novalis! Wie viele schoene Stunden, das heisst besinnliche, harmonische, aber auch informative und aktive Stunden haben wir bzw. kunst- und kultur- interessierte Buergerinnen und Buerger unserer Heimat schon in diesen kreativ dekorierten und inspirierenden Raeumen einschliesslich Garten erlebt...Musik, Kunst und Kultur bauen Bruecken und gehören zur Lebensqualitaet einer befriedeten Gesellschaft. Die Galerie Novalis ist in Pr. Oldendorf und Umgebung eine Erfolgsge schichte geworden. Dank Ihres persoenlichen unermuedlichen Einsatzes für Musik, Kunst und Kultur. Und das vor unserer Haustuer...Ein Blick auf Ihre Internetseite verraet Folgendes: „Kunst machen“ -also selber aktiv sein- vermittelt Entspannung bei gleichzeitiger Konzentration, denn es spricht besonders die emotionale Intelligenz an. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In Ihren Kursen werden das Kunsthandwerk und das Wissen aus der Kunstgeschichte vermittelt. Theorie und Praxis, eine ideale Kombination. Als Leiterin unserer Musikschule sind Sie weitraeumig bekannt und Ihr Musikinteresse brauche ich nicht besonders herauszustellen. An dieser Stelle bedanke ich mich im Namen der Musikschule Pr.Oldendorf für Ihr großes Engagement für unsere Musikschule. Um die 180 Kinder und Jugendliche erhalten dadurch eine hoechst sinnvolle Freizeitbeschaeftigung. Spielerisch und unbewusst fuer die Musikschueler beginnt damit bereits eine wichtige Phase der Persoenlichkeits bildung. Mit den Schuelerinnen und Schuelern unserer Musikschule begleiten Sie viele Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet von Pr. Oldendorf. Doch zurueck zur Galerie Novalis. Sie bieten hier Ausstellungen, Lesungen ja auch Seminare an. Kunstkurse und Vortraege runden Ihre Angebote ab. Regelmaeßige Kammerkonzerte sind inzwischen allen bekannt. Wir alle koennen uns gluecklich schaetzen, diese Galerie Novalis mit Frau Hespe und auch die Musikschule hier vor Ort zu haben...Wer sich Zeit nimmt für Kunst und Kultur, kommt auf andere Gedanken und raeumt somit seine Seele auf und bringt sie ins Gleichgewicht. Nochmals ganz herzlichen Dank für alles. Ihnen und Ihrer Tante Frau Gr.-Schweinefuß wuensche ich alles erdenklich Gute, Gesundheit Glueck und Zufriedenheit."

Johanna Hespe erinnerte an diesem Tag in ihrem Gartenquiz an eine Geschichte aus dem Herakles mythos:

Die goldenen Aepfel der Hesperiden (Juni 2008)

Was gibt uns dieser Mythos heute? Im Mythos (griech. ´Wort´ oder ´Erzählung´) begegnet uns etwas Großes, der Anfang oder das Ende der Welt, das kollektive oder persönliche Schicksal, Naturgewalten, transpersonale Kräfte und etwas rational nicht Fassbares, das uns in Staunen versetzt oder auch in Furcht. Es verleiht unserem Leben jedoch Sinn und Richtung, wenn wir uns mit ihm auseinandersetzen. Das mythische Erkennen und Wissen setzt seelisch- geistige Kräfte frei, die auf uns zurückwirken und uns lebendiger machen. Insofern sind Mythen hochaktuell in unserer an sich selbst und ihrem Konsum ermüdeten Zivilisation. Der Mensch des 21. Jahrhunderts ist hier im Westen zuneh mend hin- und hergerissen zwischen der Erkenntnis, das alles Lebendige miteinander vernetzt ist – und zwar mehr dimensional (d.h. sowohl vergangene als auch zukünftige Ereignisse können aktuelle, gegenwärtige Prozesse und Entscheidungen beeinflussen) als auch von einem rigoros gepflegten Egoismus, der alle Symptome einer generationen übergreifenden Suchtstruktur zeigt. (Z.B. in der Werbung: „Ich und mein Magnum“ oder ein Popduo „Ich und ich“, oder ein aktueller Buchtitel "Ich".)

Von der eigenen Seele gerufen und in der eigenen Fähigkeit zum Seelendialog geprüft werden.

Im Heraklesmythos muss ein besonderer Mensch (eine Heldin oder ein Held) 12 verschiedene Prüfungen ablegen, um zu einer von ihrer / seiner eigenen Seele durchdrungenen Person zu werden. Herakles oder auch Herkules ist der oder die von Hera (Gattin des Zeus / Jupiter) Gerufene, also der oder die von ihrer / seiner Seele gerufene Mensch. In diesem (zum Teil lebensgefährlichen) Bewusstseinsstadium befindet sich aber auch die gesamte Menschheit im 21. Jahrhundert. (Süchte, Atomenergie, Umweltzerstörung, Klimaveränderungen usw.)

Die Hesperiden als (weibliche) Naturkräfte (Nymphen) hüten Goldene Äpfel. Das sind die Ergebnisse unseres lebenslangen Wissenserwerbs, wenn das aus Lernen und Erfahrungen gewonnene Wissen im besten Fall zur Lebens weisheit wird. Diese Äpfel hängen am Lebensbaum oder Weltenbaum. Er verbindet die Untere Welt mit der Mittleren Welt (der Welt der Menschen) und der Oberen Welt und ist auch in allen Mythen die Achse der Welt. (Siehe auch in: Joseph Campbell, "Der Heros in tausend Gestalten") Den Baum hat die Urmutter Gaia (der materielle Teil des Lebens auf der Erde) Hera (der Seele als dem geistig-gemüthaften Teil des irdischen Lebens) zu ihrer Hochzeit mit Zeus / Jupiter (der Weisheit, dem Sinn) geschenkt. Die Äpfel der Weisheit verleihen geistige Frische (ewige Jugend). Sie können allerdings nur von einem mutigen Menschen erworben werden, der sich nach innen wendet und keine Mühen dafür scheut. Innen erhält sie oder er dann den Auftrag zum Dienen, zum Beispiel, indem sie sich in zuerst in alle vier Himmelrichtungen wendet, aber die Äpfel so nicht findet, sondern nur Versuchungen, Täuschungen, scheinbar  sinnlose Zufälle und Mangel an Übersicht und Klarheit.

Die Mutter der Hesperiden ist Nyx (bei Hesiod als Göttin der Nacht) oder anderen Quellen zufolge Hesperis (die Venus in ihrer Sichtbarkeit als Abendstern) Ihr Vater ist der Titan Atlas. Er trägt die Weltkugel auf seinen Schultern, was ihn die Zeitalter hindurch sehr ermüdet hat. Herakles bietet Atlas an, für ihn die Weltkugel zu halten. Als Dank dafür pflückt dieser ihm die Goldenen Äpfel. Durch einen freiwilligen Dienst also wird die Aufgabe erfüllt. Da die Äpfel allen gehören, werden sie wieder an ihren Platz zurückgebracht. Atlas heisst auch der erste Halswirbel. Er trägt den gesamten Kopf (die Welt) und ermöglicht das Nicken. Vielleicht sollten wir unseren Kopf öfter einmal von unserer Seele (Herakles) tragen lassen als vom Atlas, der dann das Denken und die Verstandeskräfte symbolisieren würde...Besonders für junge, heranwachsende Menschen ist diese Geschichte wertvoll !

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Bemerkungen über die aktuelle Saturn-Uranus-Opposition (Dezember 2008)

In den kommenden Monaten bis ca. November 2009 (?) leben (und leiden?) wir alle unter einer Opposition von Saturn zu Uranus auf der Exis-tenzachse: Uranus steht momentan auf 19° in Fische und Saturn steht auf 21° in Jungfrau. Ich möchte in diesem Text einige persönliche und kollektive Aspekte (Mundanastrolo-gie)dieser interessanten Konstella-tion reflektieren.

DER SPIEGEL titelt in der Ausgabe 1/2009 auf S. 16: „Die Wirtschaft schrumpft, die Zahl der Arbeitslosen steigt: 2009 wird das womöglich schwierigste Jahr in der Geschichte der Bundesrepublik.“ Der Chef des IWF (int. Währungsfond) -Dominique Strauss-Kahn- sprach am 10.Okt.2008 davon, dass sich das globale Finanzsystem am Rande eines systemischen Zusam-menbruchs befinde. In dem Horoskop der neuen Bundesrepublik mit einer spitzenscharfen, kardinalen Waagesonne am IC und einem strahlenden Löwe-Jupiter im kardinalen Bereich des 1. Hauses steht die Existenzachse auf der Denkachse der Häuser 3 und 9. Der Fischemond steht auf 18° spitzenscharf an der HS 9 in Opposition zum Merkur auf 25° in Jungfrau im kardinalen Bereich des H3.

Deutschland, 03.10.1990, 0:0049 Uhr, Berlin, Reichstag

In dem Horoskop eines Staates steht die Sonne für die Regierung (Legis-lative), der Saturn für die Verwaltung (Exekutive) und der Mond für die Bevölkerung. Merkur könnte für das Bildungssystem und die Lernfähigkeit der Bevölkerung stehen. Das Bildungssystem steht also in diesem Horoskop in einem Konflikt mit den Menschen. Es ist der Existenzkonflikt der Zeichen Jungfrau (= Ord-nung, Disziplin, Pflichten erfüllen, dienen) und Fische (= Unordnung, Chaos, Disziplinlosigkeit, Traumwelten, Pflichten nicht erfüllen, Fluchttendenzen, Süchte usw.) Diese Thematik wird sich nun in den kommenden Monaten durch die Opposition der Transite von Uranus und Saturn intensivieren und verschärfen.Im Moment scheinen zum Beispiel die meisten Menschen in Deutschland ganz locker mit der Finanzkrise umzugehen. Bringt der Uranustransit über den Fischemond neue Einsichten, Hoffnungen und Ahnungen über den göttlichen Urgrund unseres Lebens, sodass wir uns geschützt und aufgefangen fühlen können, egal welche Gefahren auch dräuen? Oder wird die Fischeenergie neue Träume, Fluchten und Süchte gebären? Wohl beides wird stattfinden und es ist zu hoffen, dass der Verstand der Bevölkerung und das Bildungssystem mit Merkur im eigenen Zeichen Jungfrau und im kardinalen Bereich des H3 des kollektiven Lernens durch den Saturntransit die Energie und Motivation freisetzen wird, um der notwendigen Systemkorrektur Gestalt zu verleihen. Um es genauer zu formulieren: die Planeten setzen nicht verursachend die Energie frei oder blockieren sie, sondern sie sind Symbole für die momentane Zeitqualität eines in Bewegung befindlichen Raum-Zeit-Kontinuums.

Das kollektive Nachdenken über die Existenzthematik und -bewältigung soll sich unter dieser Konstellation zu neuen Lerneinsichten und zum Umdenken (Metanoia) weiterentwickeln. Die Ausbildungsmisere, der Fachkräftemangel, die fehlenden Qualifikationen sind seit vielen Jahren analysiert und beschrieben worden. Nun sollen Tatsachen folgen, denn der Alterspunkt (AP) dieses Horoskopes lief bereits im Mai 2008 über die Waagesonne (also die nach Harmonie und Ausgleich strebende Regierung) und wird im Juli 2009 im Quadrat zum Saturn in Steinbock am Invertpunkt im Jungfrau-H6 stehen. (Dazwischen fallen weitere AP-Aspekte an auf die Planeten Neptun -Quadrat Nov. 08-, Mars -Trigon Nov. 08- und Pluto -Halbsextil April 09). Der Steinbock-Saturn (die Verwaltung) steht knapp vor dem Invertpunkt im H6 der Jungfrauthematik und wird linkerhand locker begleited von den motivwandelnden und Krisen beschreibenden Planeten Neptun und Uranus. Soll die deutsche Regierung sich jetzt unter dem kommenden Quadrat des AP zum Saturn mit dem Arbeiten der Verwaltungen auseinandersetzen? Sind die Verwaltungen steinbockhaft herrschende Apparate, die einerseits den Menschen wirklich dienen (H6), ihnen jedoch zunehmend immer mehr Geld aus der Tasche ziehen? Oder ist es das überstrukturierte deutsche Gesundheitssystem, das z.B. jetzt neu justiert werden wird?

Mit dem Pluto in Steinbock erhält Deutschland (und die gesamte Welt) bis ca. 2024 die grosse Chance, unsere Erde in einen Ort der Mitverantwortung einer zur Selbsteinweihung wandernden Menschheit zu verwandeln. Wenigstens die ersten Weichen sollten jetzt in diese Richtung gestellt werden, damit die Grosse Natur nicht ihren Katalog der Massnahmen für eine in die Irre laufende Spezies aufschlägt und durchführt.

Das dreifarbige Aspektbild des Horoskopes Deutschlands, das hier nicht eingehender analysiert werden soll, erinnert mich an eine (jap.) Papierfigur, deren 2 Teile mensch spielerisch ein- und ausklappen kann. Es erscheint beweglich zu sein, ist innen jedoch auf bestimmte Dinge wie Imagefragen (Opposition Jupiter-Mondknoten auf der Begegnungsachse 1/7) und Denkprobleme fixiert. Die Projektionsfigur sucht nach Lösungen der inneren Spannungen und führt wieder zum Dienen und Wiedergutmachen im H6 zurück. Nur Mars (das Militär, der Antrieb der Menschen, die Maschinen) und Mond (die kollektive Seele der Bevölkerung) stehen im bewussten Raum. Noch viel mehr wäre zu beschreiben: Denn tief im kollektiven Unbewussten gärt im H4 der Heimat der eingeschlossene Pluto in Skorpion, der im Sept. 2010 erreicht wird. Vielleicht an anderer Stelle mehr dazu.

Schwarze Madonna von Czestochowa

Wessen persönlicher AP im Moment mit der Saturn-Uranus-Opposition zu tun hat, der kann erfahren, dass dies eine sehr wirksame Konstellation ist. Ich würde folgende Aspekte hervorhebend beschreiben: Das nervös und unsicher Machende der Jungfrau-Fische-Energien. Auch wenn alles Wohl geordnet und sicher erscheint, fühlt mensch eine Unruhe in sich und ist hin- und hergerissen zwischen Innen und Aussen. Krankheit ist eine aktuelle Möglichkeit. Knochenschmerzen und Allergien, Immundefizite und alles, was Furcht verbreitet und sich fischehaft ungenau in Symptomen äussert. Depressive Verstimmungen und ernste Gedanken über Leben und Tod schleichen sich in den getakteten Alltag. Heilkräuter, Tees, Gymnastik und Spiritualität werden auch für eingefleischte Materialist/innen und Macher/innen interessant. Insofern ist es eine schöne Zeit für alle Menschen, die der Spassgesellschaft lange überdrüssig sind.

Die esoterischen Saatgedanken der jetzt kosmisch aktivierten Zeichen sind:

Jungfrau: Ich bin die Mutter und das Kind. Ich bin Geist, ich bin Materie.

Fische: Ich verlasse meines Vaters Haus - und indem ich zurückkehre, erlöse ich.

Jungfrau: Welle und Teilchen, Geist und Materie, Mutter und Kind – es sind zwei Seiten derselben Multidimensionalen Realität. Der Mensch gebiert ein Kind im Geist. Er ist geistig schwanger und wurde als Suchender, Bittender und Dienender be-fruchtet vom Heiligen Geist. Der Mensch gebiert den Christus in sich und wird in Jungfrau zur seelen-durchdrungenen Persönlichkeit. Mit dem aktuellen Saturntransit in Jungfrau können wir alle an diesem ewigen Projekt arbeiten und wichtige neue Erfahrungen sammeln.

Fische: Ein weiter Weg, eine ganze Evolutionsrunde. Alles erfahren, alles kennen, nicht urteilen, weil Allfühlend geworden. Dann, nach dem Überwinden der Selbst-Sucht wird jede Berührung mit Worten und Taten (Händen!) eine Wohl-Tat und eine Erlösung für die verängstigten, kranken, arbeitslosen, drogenabhängigen oder im Konsum gelangweilten Mitmenschen. Ein grosses spirituelles Netz wird neu gesponnen, gewebt aus dem inneren Sternenlicht der Jungfrau. Insofern dürfen wir uns alle über diese Opposition freuen, denn nun können wir ganz schnell einen Schritt in die richtige Richtung unternehmen. Der materielle Rest wird sich dann wie von selbst strukturieren – geradeso, wie es uns die schönen Lilien auf dem Feld vorgelebt haben.

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Vernissage Juli 2010                                                                                        

Die Galerie Novalis, die ich im Oktober 1993 hier in Raeumen der ehemaligen Moebelfabrik meiner Eltern und Grosseltern eroeffnete, ist eine in Preuss.Oldendorf und Umgebung einmalige private Einrichtung für bildende Kunst, Musik, Lebenshilfe, Psychologie und Design. Bereits seit 1988 finden in diesen Raeumen Kurse für Kunst und Psychologie statt. Ich benannte sie nach dem Dichter Novalis, weil er unter diesem Pseudonym „Der Neuland bestellende“ im 18.Jahrhundert eine Vision des in die Natur eingebetteten Menschen hatte. Also von einem Leben in einem Netz statt in einer Hierarchie, in der Mehrdimensionalitaet statt der Zweidimensionalitaet. In diesen von mir gestalteten Raeumen entwickele ich meine Ideen und Projekte, manage die Musikschule Preuss. Oldendorf und treffe Menschen aller Altersschichten, die selbst denken und fuehlen wollen statt von anderen und ihrer Umwelt gelebt zu werden. Es heisst, Kultur gehoere zu den sogenannten weichen Standortfaktoren.

Diese Ausstellung im Jahr 2010 besteht aus mehreren unterschiedlichen Teilen und hat deshalb keine Ueberschrift. Jede echte Kuenstlerin denkt und empfindet tief. „Das Denken ist das Selbstgespraech der Seele.“, sagte Platon. Kann ich mit Bildern, Plastiken oder Musik eine Person in dieser reizueberfluteten und die Sinne abstumpfenden Medienwelt emotional beruehren oder sie zum Nach denken anregen?  Hier im Westen heisst es scheinbar immer noch: Ich kaufe, also bin ich? Vieles an unserem derzeitigen Lebensstil erscheint mir persoenlich ueberhitzt, suechtig, blind angetrieben und nicht in Balance. Diesem Konsumzwang und Konsumterror der Warenwelt folgen wir schon seit ca. 60 Jahren, als er -von den USA ausgehend- die Welt eroberte.

Qualitaet statt Quantitaet! Oeffnen sie ihre Sinneskanaele! Sehen Sie! Hoeren Sie! Suchen sie das Echte! Nehmen Sie wahr!

Lass uns endlich diese ueberflüssige Diskussion über den Sinn des Lebens beenden!“, sagte die Katze zur Maus und frass sie auf. (Werner Friebel)

Bildende Kunst, Musik und Tanz sollen meiner Ueberzeugung nach immer das Unsichtbare sichtbar machen. Deshalb bin ich persoenlich von innen heraus Kuenstlerin, ich kann gar nicht anders, als hinter die Erscheinungen und Dinge zu blicken und meinem Denken in eigenen Schoepfungen Ausdruck zu verleihen. Das ist Expression im Gegensatz zur Depression, symbolisch-kuenstlerischer Ausdruck im Gegensatz zur Unterdrueckung. Diese Haltung vermittele ich auch in den Kunstgruppen oder in psychologischen Arbeitsgruppen. So ist manches meiner Werke ein Fenster in eine andere Welt, innen (in mir) oder aussen (kosmisch).

Meine jetzt gezeigten Werke auf Leinwand, auf Fotos und in Objekten koennte die Ueberschrift "Grenzen“ tragen. Grenzen sind vielfaeltigster Art. Sie koennen freiwillig aus Einsicht oder per Gesetz eingehalten oder bewusst oder unbewusst ueberschritten werden. Das Erreichen einer Grenze markiert stets den Eintritt eines Phasenuebergangs und einer vorueber gehenden Instabilitaet. Sie kann Minuten, Stunden oder Jahrzehnte dauern. Das Erleben an der Grenze fuehrt zu einer Neuausrichtung, Neubalancierung des betreffenden Systems. Die gesamte westliche Zivilisation befindet sich in einem solchen instabilen Phasenuebergang. Kunst kann und soll gerade heute Perspektiven fuer die Zukunft eroeffnen und die Verwurzelung in der Tradition und im Handwerk dokumentieren, dann traegt sie sehr zur Balancierung des instabilen und im freien Fall befindlichen (Wirtschafts-)Systems bei.

Ich erinnere nachdruecklich an das geistig-spirituelle Licht (das Urlicht), seine Dimensionen und Qualitaeten. Dann an die Achtsamkeit, das Mitgefuehl und wie wir 2010 und ueber 200 Jahre nach der europaeischen Aufklaerung (Enlightenment) unser so einseitig wissenschaftlich-rational geschultes Denken mit der irrationalen und weisen Seite des Lebens in Balance bringen muessen. Welche Werte sind uns wichtig, wenn scheinbar alles um des Spasses und des Populismus willen erlaubt zu sein scheint? In dieser in vielerlei Hinsicht schamlosen Gesellschaft (Finanzsystem) hat es eine Inflation der Beduerfnisse gegeben. Sie werden je nach Bedarf von Konzernen und einem dichten Interessen- und Machtgeflecht manipuliert. Zurueck bleiben sehr oft in irgendeiner Weise abhaengige (suechtige) Menschen jeden Alters. Besonders den Kindern und Jugendlichen scheint für mich seit Jahren das als persoenliche Freiheit „verkauft“ zu werden. Niemand erklaert ihnen, dass Freiheit mit Verantwortung zu tun hat. Heinrich Porstmann, dt. Polarforscher und Künstler (1894-1956) sagte: „Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, warum die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.“ Er sagte auch: „Das Staunen ist eine Sehnsucht nach Wissen.“

Wir gelangen jetzt in ein Zeitalter der Wellen (Tsunamis) und Schwingungen. Geist und Materie sollen in Balance und Resonanz treten. Sie werden von der Natur selbst synchronisiert. Der Mensch muss sich dem fuegen. Oder er wird verschwinden. Dazu sollen wir den Willen zum Guten und zum Teilen aufrufen und in den Kinder und Jugendlichen trainieren.

In meinem kuenstlerischen Werk gibt es verschiedene Erzaehlstraenge, die sich in all den Jahrzehnten nicht wesentlich veraendert haben. In dieser Ausstellung zeige ich:

A) Arbeiten, die von der Erde und dem Kosmos handeln. Das Motiv des Embryos deutet auf die Weiterentwicklung der Menschheit hin. Entweder wir bleiben die elenden Konsumentinnen, die wir nach dem 1. und 2.Weltkrieg geworden sind, dann sind wir als Spezies Mensch nicht ueberlebens faehig – oder wir erkennen jetzt im 21.Jahrhundert auf breiter gesellschaftlicher Basis die Vernetzung allen Lebens a) in dieser 3D-Welt und b) auch in Interaktion mit weiteren unsichtbaren feinstofflichen und mehr dimensionalen Raumzeiten (Theorie der Branen der US-Physikerin Lisa Randall). Für mich ist der Tod z.B. nicht das Ende, sondern der Phasenuebergang eines Wesens, das seine Wohnung (den Koerper) verlaesst und umzieht. Den neuen, nachtodlichen Koerper koennen wir hier leider meistens nicht sehen.

B) Bilder, die auf der Basis von Orchideen entstanden sind. Diese erstaunlichen Blueten sind in meiner Wahrnehmung Ausdruck hoeherweltlicher Intelligenz, die in unserer 3D-Welt als eben solche Bluete "erscheint" oder wirkt. Deshalb nenne ich sie „Engelorchideen“.

C) Objekte und Objektkaesten mit vielfaeltigen Verknuepfungsmoeglichkeiten: indianisch inspirierte Windungen und Wicklungen und Objekte mit biografischem Inhalt.

D) Zeichnungen meines Grossvaters Karl Gr.-Schweinefuss (1899-1989) die er 1922 an der privaten kunstgewerblichen Fachschule (1909-1936) in Blankenburg im Harz anfertigte. Diese Schule stand unter der Leitung von Ludwig Reineking und hatte damals deutschlandweit einen hervorragenden Ruf. Sie wurde 1936 nach Hildesheim verkauft und hiess in den 1930er Jahren: Fachschule für Innenarchitektur. Sie sollte 1945 in Blankenburg wieder eroeffnet werden.

Besonders bedanke ich mich bei meiner Tante Hannelore Gr.-Schweinefuß! Sie ist meine erste Kritikerin und regt mich mit ihrer einfuehlsamen und praezise-hellwachen Beobachtungsgabe immer wieder an, meine Schoepfungen zu hinterfragen. Sie ermutigt mich, wenn ich hier in dem schwierigen Preuss.Oldendorf aufgeben will und erinnert mich an den kommenden neuen Tag, der neue Moeglichkeiten bieten kann.

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